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Der einzigartigen Natur und Kultur von Bhutan, dem "verborgenen Königreich" im Himalaja widmet das Naturkundemuseum Karlsruhe noch bis zum 20. Mai 2012 eine neue große Sonderausstellung. Außergewöhnliche Exponate mit zahlreichen Leihgaben von Projektpartnern aus dem In- und Ausland vermitteln ein Bild dieses faszinierenden Naturparadieses, wie es so umfassend in Deutschland noch nie gezeigt worden ist.
Das unabhängige Königreich Bhutan liegt umgeben von den höchsten Bergen der Erde zwischen der Volksrepublik China und Indien. Bedingt durch die enormen Höhenunterschiede in Bhutan sowie die naturnahe Erhaltung großer Gebiete verfügt dieses kleine Land über eine Vielzahl an Lebensräumen und eine damit verbundene große Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten.
Gesellschaft und Leben in Bhutan sind stark vom Buddhismus beeinflusst. Dies wird auf besondere Weise in dem einzigartigen Konzept des "Bruttonationalglücks" deutlich: Ziel ist die Förderung einer nachhaltigen, sozial gerechten Entwicklung des Landes, die Bewahrung von kulturellen Werten und der Schutz der Umwelt. Dem Buddhismus und der damit verbundenen Einstellung zur Natur ist es wohl auch zu verdanken, dass die Natur Bhutans noch vielerorts unberührt ist. Weil ursprüngliche Natur heute auf unserem Planeten so rar geworden ist, macht das Naturkundemuseum Karlsruhe das „Land des Donnerdrachen“ zum Thema dieser großen Sonderschau.
Die Ausstellung ist in drei Bereiche gegliedert, die verschiedene Aspekte aufgreifen. "Willkommen in Bhutan" heißt es im ersten Teil, in dem Land und Leute vorgestellt werden. Im Eingangsbereich treffen die Besucher als erstes auf zwei besondere Vertreter der dortigen Tierwelt: den Schmetterling Bhutanitis und das bhutanische Nationaltier Takin, einen etwas skurril aussehenden Paarhufer. Landschaftsbilder auf großflächigen Bannern, Silhouetten von Bhutanern mit ihren persönlichen Geschichten sowie der symbolträchtige Donnerdrache geben einen ersten Eindruck dieses kaum bekannten Landes und seiner Bewohner. Neben eindrucksvollen Großexponaten wie einem 36 m² großen Thangka (einem buddhistischen Rollbild) und einem Schneeleopardenpräparat, gibt es auch im Kleinen viel zu entdecken, wie z. B. die vielen gut getarnten Schmetterlinge im begehbaren Suchbild. Originalobjekte und informative Texttafeln bieten einen Einblick in das religiöse Leben Bhutans und weisen auf die Bedeutung des Buddhismus für die Umwelt hin.
Die Vielfalt der Natur mit der reichhaltigen Pflanzen- und Tierwelt Bhutans ist Thema des zweiten Ausstellungsbereiches, der mit attraktiven Präparaten sowie anschaulichen Abbildungen und Erläuterungen typische Vertreter und ihre Lebensräume präsentiert. So wird beispielhaft für viele nur im östlichen Himalaja vorkommende Vogelarten auf Häherlinge und Hühnervögel eingegangen. Eine Besonderheit der Säugetierwelt Bhutans ist die Vielfalt an katzenartigen Raubtieren, wie Beispiele von den hauskatzengroßen Arten wie Manul und Marmorkatze bis hin zu Leopard und Tiger eindrucksvoll vermitteln. Auch lebende Tiere aus der Gattung der Baumstreifenhörnchen sind in der Ausstellung zu sehen. Unter den Insekten ist unter anderem die Vielzahl an Schmetterlingsarten bemerkenswert. Im Pflanzenreich fallen vor allem die in Bhutan weit verbreiteten, bis zu 20 m hohen Rhododendren, die zahlreichen Primelarten sowie die außergewöhnlich artenreichen Orchideen auf. Im Verlauf der Ausstellung werden auch blühende Orchideen aus dem Botanischen Garten Karlsruhe zu sehen sein.
Nach einer langen Phase der Isolierung hat sich Bhutan seit Anfang der 1960er Jahre langsam geöffnet. Doch welche Chancen und Risiken bringt diese Öffnung mit sich? Wie wird das Leben in Bhutan in Zukunft aussehen? Wie kann die Natur Bhutans dauerhaft geschützt werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der dritte Ausstellungssaal, der Raum für aktuelle Themen und Aktivitäten bietet. Es gibt zunehmend internationale Entwicklungshilfeprojekte für das Land, aber auch die Wissenschaft interessiert sich für die fast unberührte Natur Bhutans und so werden naturkundliche Forschungsprojekte ebenso in der Ausstellung präsentiert wie Nationalparks und Naturschutzprojekte.
Bilder des Malers Roland Bentz aus Bietigheim-Bissingen, der seit vielen Jahren nach Bhutan reist, fügen der Ausstellung schließlich einen weiteren Aspekt hinzu. Die Auswahl seiner Bilder greift die Themen der gesamten Ausstellung noch einmal auf und ermöglicht es, Bhutan aus seiner Sicht zu entdecken. Neben einer außergewöhnlichen Inszenierung, deren Gestaltung sich an bhutanische Vorbilder anlehnt, bietet die Ausstellung zahlreiche interaktive Elemente und Mitmachstationen für alle Besuchergruppen. Entdeckertische, Hörstationen, Streicheltiere, Spiel- und Malbereich und vieles mehr laden ein, selbst aktiv zu werden. Mehr zu der Ausstellung erfahren Sie auf der Webseite des Museums.

Klosterfestung Dzong Punakha Bildautor: Norbert Lenz |